Engineered For Your Success

26.09.2022

Erfolg ist… ein effektives Gesundheitsmanagement Interview mit Martina Strohhofer, Referentin Gesundheitsmanagement der Flottweg SE

Martina Strohhofer
Die Mitarbeiter sind meiner Meinung nach das wertvollste Gut im Unternehmen. Ihre Gesundheit ist enorm wichtig, denn wenn sie krank sind oder keinen Spaß an ihrer Arbeit haben, können sie auch nicht kreativ und engagiert arbeiten.
Martina Strohhofer Gesundheitsmanagerin

Die körperliche und geistige Gesundheit jedes einzelnen Mitarbeiters ist das wichtigste Gut eines Unternehmens. Deshalb sind präventive Maßnahmen, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen, von hoher Relevanz. Aus diesem Grund wurde im Februar 2021 das Gesundheitsmanagement ins Leben gerufen. Martina Strohhofer erklärt in einem Interview, warum das Gesundheitsmanagement eine so zentrale Rolle für den Erfolg des Unternehmens spielt und warum es so wichtig ist, die Gesundheit der Mitarbeiter stets im Fokus zu behalten.

 

Was heißt Gesundheit?

Der Begriff „Gesundheit“ ist immer eine Definitionssache. Nach der Literatur ist man gesund solange man nicht gebrechlich ist und auch keine Anzeichen von Krankheit hat. Es sind jedoch viele weitere Faktoren, die den Bereich Gesundheit ausmachen. Da wären beispielsweise die psychische und körperliche Gesundheit, welche immer im Einklang sein sollten. Oft hat man Gebrechen in Form von Rückenschmerzen, was aber auch von der Psyche kommen kann.

Dass gesundheitliche Störungen oft auf psychische Probleme zurückzuführen sind, ist erwiesen. Im unternehmerischen Kontext hat das meiner Meinung nach viel mit dem Betriebsklima zu tun: Ein gutes Betriebsklima ist eine wichtige Voraussetzung, um gesundheitliche Probleme der Mitarbeiter zu vermeiden. Letztendlich hängt alles zusammen: Ernährung, Bewegung, bis hin zum privaten oder beruflichen Umfeld. Nur wenn man sich wohl fühlt und Spaß hat, an dem was man tut, kann man gute Leistungen erzielen.

 

Wieso ist das Gesundheitsmanagement so wichtig?

Die Mitarbeiter sind meiner Meinung nach das wertvollste Gut im Unternehmen. Ihre Gesundheit ist enorm wichtig, denn wenn sie krank sind oder keinen Spaß an ihrer Arbeit haben, können sie auch nicht kreativ und engagiert arbeiten. Daher ist es wichtig, die Mitarbeiter in ihrer Gesundheit zu stärken, sodass sie fit und agil bleiben.  Ein Sprichwort sagt „Gesunde Mitarbeiter, gesundes Unternehmen“. Wenn wir es aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten, kostet ein Krankheitstag pro Mitarbeiter dem Unternehmen ca. 250 €. Wir wollen natürlich die Krankenquote so niedrig wie möglich halten bzw. verringern. Deshalb haben wir das Betriebliche Gesundheitsmanagement etabliert. 

 

Worin besteht Ihre Aufgabe als Referentin für das Gesundheitsmanagement?

Mein Aufgabenbereich lässt sich anhand der drei Säulen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (kurz BGM) ganz gut beschreiben: die erste Säule steht für die Arbeitssicherheit, die zweite für Gesundheitsförderung und die dritte Säule beinhaltet das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM)

Arbeitssicherheit ist vom Gesetzgeber verpflichtend vorgegeben. Hier müssen vom Unternehmen Arbeitssicherheitsgesetze und Richtlinien eingehalten werden, wie z.B. die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen.

Gesundheitsförderung besteht auf freiwilliger Basis innerhalb des Unternehmens. Ich bin dabei, speziell diesen Bereich aufzubauen und zweckmäßige, gesundheitsfördernde Maßnahmen durchzuführen.

Die dritte Säule stellt das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) dar. Das BEM ist vom Gesetzgeber für Unternehmen verpflichtend und für Mitarbeiter absolut freiwillig. Das BEM umfasst alle Aktivitäten, Maßnahmen und Leistungen, die im Einzelfall zur Wiedereingliederung nach längerer Arbeitsunfähigkeit erforderlich sind. Hier werden folgende Ziele verfolgt: Überwindung der Arbeitsunfähigkeit; Vorbeugung von erneuter Arbeitsunfähigkeit, Erhalt des Arbeitsplatzes sowie die Vermeidung von Berufsunfähigkeit.

 

Welche Maßnahmen werden aktuell umgesetzt?

Wir haben mittlerweile viele gesundheitsfördernde Maßnahmen eingeführt, z.B.

  • „Fit at Work“, die fünfminütigen Gymnastikeinheiten am Arbeitsplatz
  • Resilienz-Schulungen sowie spezielle Trainings für Führungskräfte und Mitarbeiter
  • Das Programm „FeelGood“ für unsere Azubis
  • Die Initiative „55+ Boarding Gesundheit“ für unsere älteren Mitarbeiter
  • Konzepte zur Stressbewältigung bei Prüfungsangst über die mHplus Krankenkasse
  • Plattform "Gesundheit" im Intranet für die Mitarbeiter mit vielen Informationen zu den Themen schnelle Hilfe bei Stress, Bildschirmarbeitsplätze, gesundes Arbeiten im Homeoffice etc.
  • Aktionen wie Landshut Läuft oder der Firmenlauf
  • die Nordic Walking bzw. die Fahrradgruppe, die sich jede Woche bzw. alle zwei Wochen zum gemeinsamen Sporteln treffen.

 

Sie sehen, es gibt schon eine ganze Menge gesundheitsfördernder Maßnahmen. Ich würde jedoch gerne in naher Zukunft eine Mitarbeiterbefragung durchführen, um die speziellen Belange unserer Mitarbeiter herauszufinden und somit noch gezieltere Maßnahmen ergreifen zu können.

 

Die Corona Pandemie hat uns alle getroffen. Dabei ist vor allem die psychische Gesundheit ins Wanken geraten. Hat man das auch bei Flottweg gemerkt? Welche Maßnahmen wurden in diesem Zusammenhang für die Gesundheit der Mitarbeiter getroffen?

Die Pandemie begann im Februar 2020. Wir führten sofort die interne Corona-Taskforce ein, die sich mit einer Vielzahl an Themen auseinandergesetzt hat, um unsere Mitarbeiter gut zu unterstützen und zu begleiten. Zudem gaben wir Tipps für Anlaufstellen bei LongCovid. Um den Mitarbeitern auch psychische Unterstützung anbieten zu können, haben wir seit letztem Jahr eine externe Mitarbeiterberatung als Partner. Stg unterstützt die Flottweg Mitarbeiter in allen Situationen, in den sie ein offenes Ohr, einen Rat oder praktische Hilfe brauchen. Dieser Service ist kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar. 

 

Mit welchen Herausforderungen werden Sie als Gesundheitsmanagerin tagtäglich konfrontiert?

Jeder Tag ist sehr herausfordernd, man weiß nicht, was kommt und demzufolge ist planen eher schwierig. Oft kommt es anders, als ich denke. Das macht meinen Job sehr abwechslungsreich und spannend. Zum Beispiel habe ich immer wieder andere Gesprächsthemen, beispielsweise bei den BEM-Gesprächen. Generell habe ich gemerkt: Für das Thema Gesundheit braucht man Zeit und ein offenes Ohr. Ich möchte für meine Kollegen da sein, egal um welches Thema es geht; sie sollen sich vertrauensvoll an mich wenden können.

 

Mit welchen Herausforderungen wird das Gesundheitsmanagement bei der Umsetzung eines neuen Projektes / neuen Maßnahmen im Unternehmen konfrontiert? 

Bisher hat die Umsetzung der verschiedenen Themen wie zum Beispiel die Einführung des BEM oder der Mitarbeiterhotline mit den stg-Beratern gut geklappt. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Vorstandschaft den Bereich Gesundheit als wichtig erachtet und dementsprechend unterstützt. Ich bekomme auch viel positives Feedback von den Kollegen. Für mich persönlich ist die größte Herausforderung, belastende Themen nicht zu nah an mich heranzulassen. Das gelingt mir bisher sehr gut.

 

Welche Projekte sind für die Zukunft geplant? Was soll noch umgesetzt werden?

Der Bereich Ernährung wird noch ein wichtiges Thema werden. In diesem Zusammenhang habe ich bereits den Obstkorb für die Azubis eingeführt. Dies möchte ich gerne auf das Werk 1 und Werk 2 erweitern.  

Ein zukünftiges Projekt wird sicherlich auch ein Gesundheitstag in Kooperation mit einer Krankenkasse sein. Auch im Bereich Personal werden sicherlich Themen auf mich zukommen, wie z.B. Work-Life-Balance. Zudem möchte ich die Plattform Gesundheit im Intranet laufend optimieren.

  Kontakt   +49 8741 301 0   Kontakte weltweit