28.08.2026
Pflanzliche Milchalternativen effizient produzieren: Warum die Feststoffabtrennung über Produktqualität und Wirtschaftlichkeit entscheidet

Die Herausforderung besteht darin, genau die richtige Balance zu erzielen. Unser Dekanter trennt die groben Fasern zuverlässig ab und sorgt gleichzeitig dafür, dass die für das gewünschte Mundgefühl wichtigen Feinstoffe im Produkt erhalten bleiben.Justin Wagner Vertriebsmanager für pflanzliche Milchalternativen bei Flottweg
Die Nachfrage nach pflanzlichen Milchalternativen wächst kontinuierlich. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Hersteller: Verbraucher erwarten eine gleichbleibend hohe Produktqualität, ein angenehmes Mundgefühl und eine stabile Produktstruktur. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Feststoffabtrennung.
Wir haben mit Justin Wagner, Vertriebsmanager für pflanzliche Milchalternativen bei Flottweg, darüber gesprochen, wie moderne Dekanterzentrifugen dazu beitragen, die Qualität von Haferdrinks zu sichern und Produktionsprozesse flexibel und wirtschaftlich zu gestalten.
Herr Wagner, welche Herausforderungen bringt die Herstellung von Haferdrinks mit sich?
Nach dem Mahl- und Hydrolyseprozess entsteht ein sogenannter Hafer-Slurry. Dieser enthält sowohl grobe Pflanzenfasern als auch feine Partikel, die später entscheidend für die sensorischen Eigenschaften des Endprodukts sind. Die Herausforderung besteht darin, genau die richtige Balance zu erzielen. Mit unserem Dekanter wird der Hafer-Slurry so verarbeitet, dass die groben Fasern zuverlässig abgetrennt werden. Gleichzeitig bleibt ein definierter Anteil an Feinstoffen im Produkt erhalten, der für das gewünschte Mundgefühl sorgt. Zu viele Feststoffe können die Produktstabilität beeinträchtigen, während zu wenige einen negativen Einfluss auf Geschmack und Konsistenz haben können.
Wie erfolgt diese Trennung in der Praxis?
Bei Fidel Dreher in Stockach übernimmt ein Flottweg Dekanter die 2-Phasen-Trennung des Hafer-Slurrys. Über die hohe Zentrifugalkraft werden die Feststoffe an die Trommelwand gedrückt. Eine rotierende Schnecke transportiert diese kontinuierlich zum Feststoffaustrag, während die geklärte Flüssigkeit über eine Schälscheibe unter Druck abgeführt wird. Dieses kontinuierliche Trennprinzip ermöglicht eine zuverlässige Verarbeitung auch bei großen Produktionsmengen. Gleichzeitig schafft es die Grundlage für eine gleichbleibend hohe Produktqualität, da der Prozess sehr präzise gesteuert werden kann.
Flottweg unterstützte Fidel Dreher beim Aufbau seiner Produktionslinie für pflanzlichen Milchalternativen.Welche Bedeutung hat die Prozessregelung für die Produktqualität?
Eine sehr große. Gerade in der Herstellung pflanzlicher Milchalternativen ist die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse entscheidend. Rohstoffe und Rezepturen können variieren, dennoch erwarten Verbraucher eine gleichbleibende Produktqualität. Durch die automatische Drehmomentregelung unseres Dekanters stellen wir sicher, dass der ausgetragene Feststoff stets eine minimale Restfeuchte aufweist. Gleichzeitig kann exakt definiert werden, wie viele Restfeststoffe im fertigen Pflanzendrink verbleiben sollen. Dadurch lassen sich die gewünschten Produkteigenschaften zuverlässig reproduzieren, während die Trennleistung flexibel an unterschiedliche Anforderungen angepasst werden kann.
Ein häufig diskutiertes Thema bei pflanzlichen Drinks ist die Schaumbildung. Welche Rolle spielt sie im Prozess?
Die Schaumbildung ist tatsächlich eine besondere Herausforderung. Die in pflanzlichen Milchalternativen enthaltenen Proteine können während der Verarbeitung unerwünschten Schaum erzeugen. Dieser kann nachgelagerte Prozessschritte erschweren und die Prozessstabilität beeinträchtigen. Deshalb haben wir ein spezielles schaumarmes Abführsystem entwickelt. Damit können wir die Schaumentwicklung im Produkt auf ein Minimum reduzieren. Das verbessert nicht nur die Stabilität des gesamten Prozesses, sondern erleichtert auch die nachfolgenden Verarbeitungs- und Abfüllschritte.
Produzenten arbeiten heute mit unterschiedlichsten Rohstoffen und Rezepturen. Wie flexibel ist die Dekantertechnologie?
Flexibilität ist heute ein entscheidender Faktor. Die Hersteller produzieren längst nicht mehr nur klassische Haferdrinks, sondern verarbeiten verschiedenste Rohstoffe und entwickeln kontinuierlich neue Produktvarianten. Mit unserer Dekantertechnologie können unterschiedliche Produkte und Rohwaren verarbeitet werden. Möglich wird das durch eine integrierte Rezeptsteuerung. Einmal definierte Prozessparameter lassen sich speichern und bei Bedarf jederzeit wieder abrufen. Das vereinfacht Produktwechsel, reduziert Umrüstzeiten und erhöht die Flexibilität in der Produktion erheblich.
Neben Produktqualität und Flexibilität spielen auch Hygienestandards eine wichtige Rolle. Wie wird dies sichergestellt?
Die Reinigbarkeit der Anlagen ist insbesondere in der Lebensmittelindustrie von immenser Bedeutung. Aus diesem Grund wurde die Dekanteranlage bei Fidel Dreher vollständig in den bestehenden CIP-Prozess integriert. Dadurch kann die Reinigung jederzeit vollautomatisch durchgeführt werden. Das reduziert den manuellen Aufwand und sorgt gleichzeitig für eine sichere, reproduzierbare Reinigung der gesamten Anlage. Für Hersteller bedeutet das ein hohes Maß an Prozesssicherheit bei gleichzeitig effizienten Reinigungsabläufen.

Welchen Beitrag leistet moderne Dekantertechnologie letztlich für Hersteller pflanzlicher Milchalternativen?
Die Feststoffabtrennung hat einen direkten Einfluss auf Produktqualität, Mundgefühl und Prozessstabilität. Moderne Dekanterzentrifugen helfen Herstellern dabei, diese Anforderungen zuverlässig zu erfüllen und gleichzeitig wirtschaftlich zu produzieren. Automatische Regelungssysteme, flexible Rezeptverwaltung, schaumarme Austragssysteme und die vollständige Integration in bestehende CIP-Prozesse schaffen die Voraussetzungen für einen stabilen und effizienten Betrieb. Das Beispiel von Fidel Dreher zeigt, wie die passende Trenntechnik dazu beitragen kann, pflanzliche Milchalternativen mit konstant hoher Qualität flexibel und wirtschaftlich herzustellen.
Über Justin Wagner
Justin Wagner ist Vertriebsmanager für pflanzliche Milchalternativen bei Flottweg. Er begleitet Hersteller bei der Auslegung und Optimierung von Prozessen zur Produktion pflanzenbasierter Getränke und unterstützt Kunden bei der Auswahl geeigneter Separationstechnologien.